Unterwegs in Peking

Mofa

beladenes Mofa

Wie schon im vorherigen Beitrag angekündigt, möchten wir euch diesmal den Pekinger Verkehr und das (Über)Leben auf den Straßen vorstellen. Wie in jeder Großstadt muss man als Fußgänger ja eigentlich nur eines beachten: Obacht bei der Straßenüberquerung! Doch hier in Peking scheint man bei einer einsekündigen Unachtsamkeit gänzlich verloren zu sein. Schaltet beispielsweise die Ampel an einer Kreuzung auf Grün, so ist es nicht selbstverständlich, dass man nun ungehindert die andere Straßenseite erreicht. Die rechtsabbiegenden Fahrzeuge haben jetzt nämlich auch Grün und denken nicht wirklich daran, dem Fußgänger Vorrang zu geben. Gelöst wird diese leicht unangenehme Situation durch ein Verfahren, das im entferntesten Sinne an das Reißverschluss-Prinzip erinnert. Man bahnt sich am besten mit einheimischen Fußgängern gemeinsam den Weg durch die hupende Autoschlange.
Die Hupe ist übrigens ein wichtiges Kommunikationsmittel und das wohl einzig anerkannte Gerät, mit dem man sich selbst Vorfahrt gewähren darf. Jeder Spurenwechsel, jedes Abbiegen und Annähern an weitere Verkehrsteilnehmer wird mit lautstarkem Hupen kommentiert. Doch anders als bei uns in Deutschland ist dieses Verhalten weniger vorwurfsvoll und aggressiv gemeint. Vielmehr möchte man auf sich aufmerksam machen und einen möglichen Zusammenstoß verhindern. Unsere Hupe war wohl nicht laut genug, als wir genau den Fall miterleben durften…

TheGreatWall

Blick von der Großen Mauer

 

Es ist unser dritter Tag in Peking und wir planen den ersten längeren Ausflug zur Großen Mauer. Ein für Touristen erschlossenes Teilstück (Mutianyu) ist für Neuankömmlinge nicht so ohne weiteres zu erreichen. Also bitten wir unseren Fahrer, Mr. Lu, uns dort hinzufahren. Dazu müssen wir leider auch durch die Innenstadt und wir erleben zum ersten Mal, was die Pekinger Rushhour bedeutet. Wie uns bereits klar war, wird nicht geblinkt, sondern ohne Vorwarnung die Spur gewechselt und vorsorglich gehupt. Und dann passiert es: Mr. Lu beobachtet nur eine Sekunde zu lang den Spurenwechsel seines Nebenmannes und fährt auf das vor ihm stehende Auto auf. Ein sichtlich empörter Fahrer steigt aus und diskutiert insgesamt 20 Minuten mit Mr. Lu. Einige Telefonate werden geführt und der ganze Spuk ist vorbei. Zum Glück ist nichts Schlimmes passiert, das stehende Auto hat mit zwei kleinen Kratzern wahrscheinlich weniger abbekommen, als unser Auto. So erreichen wir etwas verspätet die Große Mauer und sind froh, die nächsten Stunden nicht im Auto sitzen zu müssen. Etwas enttäuscht gehen wir durch die Gassen, die zu den Stufen hinauf zur Mauer führen. An jeder Seite machen sich einheimische Verkäufer bereit, ihre Souvenir-Stände zu öffnen. Nach jedem Schritt werden wir zum Kauf von unnützem Kitsch aufgefordert, was uns irgendwie den Zauber nimmt, der auf dieser monumentalen Stätte liegen sollte. Doch haben wir an diesem Tag klares Wetter und wir werden nach dem anstrengenden Aufstieg mit einer wahnsinnigen Aussicht belohnt.

Inzwischen sind wir regelrechte Fans der Pekinger U-Bahn geworden. Hat man die richtige Station erst einmal erreicht, ist es ein Kinderspiel, sicher und schnell voranzukommen. Um sich als Tourist schnell zurechtfinden zu können, wurde ein sehr übersichtliches Leitsystem entwickelt. So sind selbst wir in der Lage, in kurzer Zeit die richtige Bahn zu bestimmen. Das nervenzerreißende Fahren per Auto bleibt uns somit vorerst erspart.

Subway

Volle U-Bahn.

4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hella

    Hi, ihr zwei! Wir wünsche euch ganz viel Spass und tolle neue Erfahrungen auf eurer Tour und sind vor allem auf eure Australien-Eindrücke gespannt!

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    1. theoutbreaker Artikelautor

      Hallo Hella! Schön, dass du über unsere Seite gestolpert bist! Australien ist zwar noch ein halbes Jahr hin, aber wir werden auch darüber fleißig berichten. Sind schon sehr gespannt! viele Grüße

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