Per Schnellzug nach Shanghai

Wow, 11 Tage sind wir bereits in Peking! Mittlerweile konnten wir auch unser Visum für Vietnam abholen (4 Tage haben wir darauf gewartet) und das bedeutet nun für uns: auf nach Shanghai!
Mit vollerem Rucksack (Keine Ahnung warum, wir waren nicht mal shoppen – wirklich!) und einem hartnäckigen Virus intus verlassen wir also etwas wehmütig das Haus der Verwandten und werden das letzte Mal von Mr. Lu in die Stadt gefahren. Nach einer kurzen, aber herzlichen Verabschiedung stehen wir nun allein am Bahnhof. Das erste Mal komplett auf uns gestellt. Schon komisch, aber es fühlt sich gut an! Von der Erkältung leicht erschöpft, aber voller Vorfreude betreten wir die Halle … und stehen erneut vor einer Kontrolle. Dass die Chinesen es sehr ernst mit den Security-Checks nehmen, ist uns ja bereits am Flughafen und in den U-Bahn-Stationen bewusst geworden. Doch hier am Bahnhof? Okay, also wieder die schweren Rucksäcke absetzen, Kameratasche und Daypack durchleuchten lassen, sich abtasten lassen, Sachen schnappen und los … Moment. Wo ist Christoffer? Eine Dame in Uniform, die kein Wort englisch spricht, steht mit ihm abseits und ist mit einem Gegenstand im Rucksack offenbar nicht einverstanden: dem guten Klappmesser von Leatherman. Das will sie uns jetzt nicht etwa abnehmen? Nicht das Messer, das sich von allein geöffnet und den neuen Rucksack zerschnitten hat? Das, was sich Christoffer extra gekauft hat, um im Outback ein Känguru zu erlegen?? Mithilfe des Übersetzungs-Apps versuchen wir ganze 20 Minuten lang zu verhandeln, doch keine Chance. Den Vorschlag, unseren Fahrer Mr. Lu extra zurückzuholen, sodass er das Messer abholt, halten wir dann doch für sinnlos.
Enttäuscht und um ein Messer erleichtert erreichen wir schließlich unseren Zug. Knapp 5 Stunden und 300 km/h schnell werden wir gleich unterwegs sein, bis wir das knapp 1300 km entfernte Shanghai erreichen. In unserem Abteil finden wir einen Heißwasser-Spender. Also will ich Christoffer eine Freude machen und zaubere aus dem Überlebenspack (ein Abschiedsgeschenk von seinen Arbeitskollegen) einen wirklich gut schmeckenden Schwarzen Tee. Keiner konnte ahnen, dass das übereifrige Putzpersonal, welches alle 15 Minuten durch die Gänge huschte, den Beutel mit dem restlichen Tee für Abfall halten und in einer Sekunde der Unachtsamkeit verschwinden lassen würde…
Spätestens jetzt ist Christoffers Tag gelaufen! Ich schmunzle nur und freue mich beim Blick aus dem Fenster. Endlich sehe ich das, was ich in Peking die ganze Zeit vermisst habe: grüne Pflanzen! Der Winter in Peking ist so kalt und trocken, dass alles verdorrt. Doch wir fahren südwärts und nähern uns der Küste. Als wir aus dem Zug steigen, kommt uns ein feuchter, etwas wärmerer Wind entgegen – ja, es müssen knappe Plusgrade sein. Schnell bringen wir unser Gepäck ins Hostel und laufen durch die hell erleuchteten, lauten Straßen. Und zwischen Hochhäusern mit bunten, blinkenden Leuchtreklamen sehen wir ihn: den Oriental Pearl Tower. Leicht euphorisiert und hungrig (es gab ja bis jetzt nur Müsli, Tee und den letzten Schoko-Weihnachtsmann) irren wir durch die belebten Seitenstraßen. In einem Restaurant bestellen wir Hähnchen und Ente. Okay, das Bestellen müssen wir noch üben! Christoffer bekommt eine Ente, die aus mehr Knochen und Knorpel besteht, als alles andere. Also lassen wir den Abend mit einigen Schnappschüsse ausklingen … und mit einem Besuch bei Mc’s. Morgen wird es besser – versprochen!

Shanghai

Verkäufer

2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    1. theoutbreaker Artikelautor

      Hey Steve! Das war eher einer der delikaten „Broiler-Bikes“! 😉 Wir werden weiterhin nach kulinarischen Köstlichkeiten Ausschau halten. viele Grüße

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